Das Opfer zu Caissas Gunst

Bringe der Schachgöttin Caissa ein Opfer und Du wirst ihre Gunst und Zuneigung gewinnen. Ausgerechnet ein als „Remis-König″ bekannter Bamberger brachte durch seine Opfergabe die Seinen gegen Würzburg in Front und stimmte Caissa milde und gewogen, sodass so mancher Missgriff der Bamberger auch im Verlauf verziehen wurde.  Mit 4,5:3,5 wurde der Kampf am Ende für sich entschieden, wobei der Sieg durchaus noch höher hätte ausfällen können. Damit ist nun in der Landesliga Nord bei 6:4 Punkten der Anschluss nach oben hergestellt sowie die Distanz zu den gefährlichen Regionen der Tabelle gewahrt. Zum Geschehen und Bamberger Wochenende berichtet Prof. Dr. Peter Krauseneck. Weitere Informationen beim Ligamanager.


Ligamanager: Landesliga-Nord

Mit Ausnahme der im Aufbau befindlichen 5. Mannschaft konnten endlich die ersten vier mit durchgehend solidem Spiel allesamt Erfolge einfahren: Die 4. Mannschaft festigte mit einem 6,5:1,5 Kantersieg über die SG Walsdorf/Hirschaid die Tabellenführung in der Kreisklasse und die 3. überrollte den Nachbarn Strullendorf 5,5:2,5 und bestätigte die aufsteigende Tendenz. Knappe Siege mit jeweils 4,5:3,5 verbuchten gegen die unterfränkischen Gegner die 1. In Würzburg und die 2. zu Hause gegen Rottendorf.

In Würzburg konnte man mit dem Verlauf der 1. Stunde nicht zufrieden sein. Trotz klarer Favoritenrolle mit durchschnittlich 85 Wertungspunkten mehr war in keiner Partie ein Vorteil zu erkennen, und Mittag an 6 stand mit einem eingeklemmten König deutlich schlechter. Doch dann änderte sich das Bild. „Remis-König“ Krug an 3 wurde von seinem Gegner praktisch zu einem Figurenopfer gezwungen und konnte, nachdem der Gegner nicht optimal reagierte, die Führung erzielen. Nach und nach verbesserte sich die Situation: Ein wildes Handgemenge an Brett 1 mündete doch im Remis, was auch für die positionell angelegten Partien an 2 und 4 der Fall war. Inzwischen standen die hinteren Bretter alle auf Gewinn und Riemer an 8 konnte mit dem 2. Sieg den Vorsprung ausbauen. Dann aber machten es Hümmer an 5 mit einem Figureneinsteller und Mittag an 6 mit Zeitüberschreitung nach dem langen Befreiungskampf noch spannend, und Krauseneck an 7 musste nun unbedingt gewinnen. Dieser spannte nun alle auf die Folter, weil er verschiedene Gewinnabwicklungen wegen vermeintlicher Remis-Gefahr ausließ und erst kurz vor Toresschluss einen sicheren Gewinnweg umsetzte.

Die Ergebnisse im Einzelnen (Bamberg zuerst genannt): IM Pribyl (2245) – IM Vavra (2386), 1/2, Danes (2246) – Rupp (2255) ½, Krug (2097) – Helgert (2003) 1:0, Justus Schmidt (2152) – Gehlert (2069) 1/2, Hümmer (2129) – Vogt (1948) 0:1, Mittag (2103) – N. Kuhn (2020) 0:1, Prof. Krauseneck (2099) – Kinkelin (1891) 1:0, Riemer (2094) – Ersöz (1884) 1:0

Einen quasi ganz den statistischen Erwartungen gemäßen Verlauf nahm der Wettkampf der 2. Mannschaft. Bei insgesamt ausgeglichener Spielstärke gaben die Gäste einen kampflosen Punkt an Brett 2 vor und mussten dies auch mit dem Verlust des Kampfes bezahlen. Nachdem Dr. Plöhn an Brett 1 mit Schwarz dem hoch favorisierten IM Dr. Ostermeyer problemlos standhielt, endeten auch die übrigen Partien in jeweils ausgespielten Unentschieden, und so fehlte den Gästen bei der Endabrechnung zum 4,5:3,5 der entscheidende Punkt.

Die Ergebnisse im Einzelnen (Bamberg zuerst genannt): Dr. Plöhn (2092) – IM Dr. Ostermeyer (2281) ½, Öhrlein (2104) – Dr. Eckert (2005) +/-, Herrmann (2034) – Königer (2041) 1/2, L. Köhler (1956) – Bobrov (2003) ½, P. Wolf (1932) – Haasner (1919) 1/2, Mikuta (2002) – Schmitt (1966) 1/2, Dr. Saring (1985) – Kühn (1825) 1/2, P. Wagner (1874) – O. Bauer (1776) ½.