Veranstaltungshinweis & Vorbericht: Strategie oder schnelles Denken? Die Deutschen Blitzmeister werden in Bamberg gekürt

Mit den Deutschen Blitzeinzelmeisterschaften der Damen und Herren am 1. Dezember findet das 150-jährige Vereinsjubiläum des Schachclub 1868 Bamberg im Bistumshaus St. Otto seinen würdigen Abschluss. Insgesamt 52 Teilnehmer aus allen Bundesländern werden erwartet. Wer den Sieg bei den Geschlechtern davontragen wird, ist völlig offen. Mit Justus Schmidt und Barbara Niedermaier sind auch zwei Spieler aus Bamberg am Start. Zuschauer können dieses Highlight ab 13 Uhr kostenlos und hautnah verfolgen. Ein Vorbericht nach dem Weiterlesen.


Chronik: Sieger Männer  Chronik: Sieger Frauen
 Teilnehmerliste: Männer  Teilnehmerliste: Frauen
Programm & Speisekarte

Dass der Modus der einzelnen Begegnungen auch seine Tücken oder Eigenheiten hat, ist allen Beteiligten vom Schachclub 1868 Bamberg bewusst. Dem entsprechend intensiv wurde bereits in den vergangenen Wochen bereits dafür trainiert. Gespielt wird nämlich mit 3 Minuten plus 2 Sekunden Zeitzuschlag je ausgeführtem Zug, was sich zunehmend auf nationaler Ebene breiterer Beliebtheit erfreut. Jens Herrmann, Spielleiter beim Traditionsklub, fasst die Unterschiede wie folgt zusammen: „Im Gegensatz zum klassischen Blitzschach mit fester Bedenkzeit ist es möglich, in entscheidenden Momenten Zeit für langfristige strategische Entscheidungen zu investieren, um dann bei einfacheren Situationen durch schnelles Ziehen wieder ein Guthaben aufzubauen. Dass ein Spieler die Zeit überschreitet, kommt seltener vor.“ Ob dies im Feld eher Spieler begünstigt, die ihre Stärke im klassischen Langschach erwarben oder doch eher ein Fall für die Blitzspezialisten ist, ist schwer abzuschätzen.

Geht es nach Ersterem zählt bei den 32 teilnehmenden Männern Großmeister Rène Stern aus Berlin, Sieger des Jahres 2013 mit einer ELO von 2527 zu den absoluten Favoriten. Betrachtet man hingegen nur die Blitzstärke, dann dürfte vieles für den Münchner Großmeister Michael Bezold, ehemals auch Bamberger Mitglied, sprechen, der eine Blitz-ELO von 2553 vorzuweisen hat. Aber auch der aus Berlin kommende Internationale Meister Ilja Schneider, Sieger des Jahres 2015, dürfte ein gehöriges Wort bei der Vorgabe sprechen. Jedoch ist die Entscheidung in einem mit 26 Titelträgern gespickten Feld keine ausschließliche Frage der schachlichen Auszeichnung oder nur der Spielstärke, wie ein Blick auf vergangene Meisterschaft verdeutlicht. Bei den 20 teilnehmenden Frauen zählt hingegen die aus Polen stammende Großmeisterin Marta Michna sowohl was ihre ELO-Zahlen anbelangt als auch durch ihren Triumph 2014 zu den absoluten Titelanwärtern. Ihr auf der Stelle folgt die aus Sachsen stammende Großmeisterin Judith Fuchs. Die Bamberger Teilnehmer Vereinsblitzmeister Justus Schmidt und Barbara Niedermaier dürften in ihren Gruppen freudig dem Ereignis entgegensehen, können sie doch als absolute Außenseiter nur gewinnen. In jedem Fall dürften auch die Zuschauer auf ihre Kosten kommen, da mit knapper Zeit sich die Geschehnisse auf den Brettern überschlagen und mit andauernder Spieldauer des Rundenturniers auch die Fehler drastisch zunehmen werden.

Damit findet auch das 150-jährige Vereinsjubiläum des Schachclubs Bamberg seinen spektakulären Abschluss, das wie es dessen Vorsitzender Peter Krauseneck ausdrückte, den Sport Schach einem breiteren Kreis in der Bamberger Bürgerschaft in den Fokus rückte und regional und überregional dem Verein viele Sympathien bescherte.