Cora zu Heilbronn

Sie hatte einen Traum. Als sie erwachte, war dieser fast verblasst. Nur die Umrisse davon waren durch den dicken Nebel noch zu erkennen. Dennoch ließ dieser ihr keine Ruhe. Das einzige was sie noch wusste, war, dass Sie erhaben auf einem Podest stand, an ihrer Seite den getreuen Karl, den Weggefährten, der mit ihr so manche Schlacht geschlagen hatte, in den  Händen einen silber-leuchtenden Pokal, eine Urkunde und eine Medaille um den Hals. Auch, dass es womöglich knapp gewesen war, spürte sie im Innern, denn ein mulmiges Gefühl beschlich sie und fesselte sie. So erzählte sie diese Geschichte auch ihrer Familie, die erstaunt ob der Kunde, dem festen Ansinnen nachgaben und Cora Hergenröder zum Schnellschachturnier der Jugend in das württembergische Heilbronn am 14. Oktober begleiteten. Dort angekommen, setzte sie sich prompt Zug um Zug an die Spitze beim Spiel auf der Jagd nach den Königen. Lediglich einer, ein gewisser Henry Uhl aus Nürnberg, folgte ihr; und zog die skeptischen Blicke der Entourage auf sich. Doch am Ende war sie es, die  mit 6 Punkten aus 7 Runden über allen thronte. Die Feinwertung – Soberg genannt –, gab den Ausschlag. Was den Gesamtsieg und die Auszeichnung als bestes Mädchen bedeutete. Als dies gewahr wurde, rieb sich der Tross verwundert die Augen. Es folgt ein „authentischer Bericht″ des Boten Dieter Walter.

 

Ein wahres Kopf an Kopf-Rennen lieferten sich am 14. Oktober Cora Hergenröder vom SC 1868 Bamberg und Henry Uhl vom SC Noris Tarrasch Nürnberg beim 39. Schnellschachturnier in Heilsbronn.

Cora legte einen perfekten Start hin und gewann ihre ersten beiden Partien souverän. Die 3. Partie, den Sieg schon vor Augen, kämpfte sich ihr Gegner Zug um Zug ins Spiel zurück; und konnte diese noch für sich entscheiden. Mit einem Sieg in der 4. Runde ging es dann in die wohlverdiente Mittagspause.Im Gleichschritt mit Henry ging es in die 5. und 6. Runde. Auch diese konnten beide für sich entscheiden.

Und was sich jetzt, vor der Schlussrunde, den Augen nach eine Blick auf dem Aushang bot war zumindest für deren Angehörigen nichts für schwache Nerven. Je 5 Siege, Buchholz-Wertung gleichauf, nur in der SoBerg-Wertung hatte Cora leicht die Nase vorn.

Somit fiel die Entscheidung in der letzten Partie. Aber auch hier gaben sich beide keine Blöße und entschieden ihre Partien für sich.

Jetzt begann das lange Warten bis zur Auswertung der letzten Partie. Am Ende war es Cora, die mit 6 gewonnenen Partien, dank der besseren SoBerg-Wertung nicht nur den Pokal für Platz 1, sondern auch die Medaille für das beste Mädchen entgegen nehmen durfte. Ein überragendes Ergebnis für Cora.