Fisherman's friend - Update: Jetzt mit Bericht und Bildern

War er zu stark, dann waren sie zu schwach... Egal, wen die Bamberger beim Uhren-Simultan am 22. April gegen Michael Bezold aufboten, gegen den Großmeister hatten diese letztendlich doch keine Chance. Geschickt erwies sich Bezold als Meister im Spiel mit der Uhr und demonstrierte eindrucksvoll, dass er vom "größten Fischer aller Zeiten" (Bobby Fischer) wohl einiges gelernt haben durfte. Ob großer Fisch oder kleiner Fisch, alles endete als Fang bei ihm. Nur ein Remis gab dieser in 30 Partien ab und das gegen unseren 2. Vorsitzenden Erwin Ortlauf, der die Gunst des Moments nutzte und in besserer Stellung seinem Gegenüber ein Remis anbot, womit dieser nicht nur Bambergs Ehre rettete, sondern auch manchen höherklassigen Spieler mit seiner Leistung in den Schatten stellte. Ein Bericht folgt nach dem Weiterlesen.


Bildergalerie Uhren-Simultan


War im Vorfeld bei Teilnehmern und beim ausrichtenden Schachclub 1868 Bamberg viel darüber spekuliert worden, ob der Zeitvorsprung von einer halben Stunde einen Vorteil für den Großmeister darstelle oder die Menge der Kontrahenten, den Ausschlag zu deren Gunsten geben könne. So fiel beim Uhren-Simultan mit Großmeister Michael Bezold am 22. April im Rokoko-Saal des Alten Rathauses am Ende die Antwort recht eindeutig aus. Zu groß erwies sich der Unterschied im Können und im Verständnis. Lediglich ein Remis gab Bezold, ehemaliges Bamberger Vereinsmitglied (1988-1992) und heute Spieler des FC Bayern München, gegen die in zwei Gruppen antretenden insgesamt 30 Herausforderer ab. Geschickt spielte, der für seine Vorliebe für das Blitzschach bekannte Bezold, seine Stärke gekonnte aus. Nur 2 Minuten benötigte er im Schnitt je Durchgang gegen die im Kreis angeordneten Gegenspieler, womit er sich ein großes Zeit-Polster herausspielte. Von Runde zu Runde dezimierte er zunächst immer mehr seiner Gegner, in den für ihn günstigen Partien, um sich zu einem späteren Zeitpunkt mit mehr Zeit und neuen Ideen, wie er später einräumte, den kritischen Stellungen zu widmen. Dabei bot der Schachclub Bamberg alles auf, was Rang und Namen hatte, um den Großmeister das Leben so schwierig wie möglich zu machen. Darunter drei Spieler der ersten Bamberger Mannschaft und mit Jens Herrmann und Alexander-Benedikt Sude zwei der drei „Navara-Bezwinger“, die schon beim Simultan mit dem tschechischen Super-Großmeister David Navara im Februar erfolgreich gewesen waren. Während diese jedoch und die übrigen Teilnehmer allesamt chancenlos blieben oder wie Herrmann in aussichtsreicher Position mit wenig verfügbarer Zeit auf der Uhr noch fehl griffen, war es einzig Erwin Ortlauf, 2. Vorstand und Spieler der 2. Mannschaft, der die Gunst des Moments nutzte und dem Großmeister in besserer Stellung ein Remis abtrotzte und so Bambergs Ehre rettete.