Bambergs Rabauken - Update: Jetzt mit Bericht

Das hat es selten gegeben. Ohne vier Stammspieler, dafür aber mit sehr viel jugendlichen Elan und Motivation spielte der Schachclub 1868 Bamberg in der letzten Runde groß auf. Während es bei den abstiegsbedrohten Gästen aus Zirndorf noch um dem Klassenerhalt ging und diese in kompletter Formation aufliefen, schickte Bamberg einen bunt gemischten Haufen aus erfahrenen Vereinsspielern, alten Haudegen und jugendlichen Nachwuchsspielern an die Bretter, der seine Aufgabe sehr gut bewältige und nicht enttäuschte. Verbissen wurde auch nach über fünf Stunden um jeden Punkt gekämpft. Am Ende sprang ein nie gefährdeter und in dieser Deutlichkeit nicht erwarteter 5,5:2,5-Erfolg heraus, der Hoffnung und Lust macht auf die neue Spielzeit. Für dieses Mal ist die Saison jedoch bereits vorrüber: Mit 12:6 Punkte wurde man nach gutem Verlauf Dritter in der Landesliga Nord. Es folgt ein Spielbericht von Jens Herrmann. Weitere Informationen beim Ligamanager.


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Bereits nach einer Stunde zeichnete sich ab, dass die Chancen günstig schienen. An Brett zwei hatte der Internationale Meister Pribyl nach ziellosen Angriffen seines Gegners einen Bauern gewonnen; und an Brett acht Jugendspieler Köhler durch besseres Spielverständnis sich in eine günstige Position gebracht. Auch Schmidt an Brett zwei, der es mit dem Zirndorfer Spitzenspieler dem Fide-Meister Kraft zu tun bekam, und Plöhn an drei erreichten vertraute Positionen, was optimistisch stimmte. Lediglich Mittag an vier und Daum an sechs standen bedenklich passiv.

In der Folge überspielte Köhler seinen Gegner durch unkonventionelle Angriffsmanöver, während Jugendspieler Wolf an sieben, nach-dem die Stellung an beiden Flügeln verbarrikadiert und die Schwerfiguren abgetauscht wurden, remisierte. Schmidt glückte sogar die Überraschung, der nach feinen Spiel, die Felderschwächen des Gegners konsequent und mittels Qualitätsopfer bestrafte; und Pribyl baute seine Vorteile geschickt entscheidend aus. Zwischenzeitlich gelang es auch Mittag sich immer mehr zu befreien und zum Gegenschlag auszuholen, wodurch der Bamberger Sieg bereits früh feststand. An den übrigen Brettern krönte Plöhn eine perfekte Saison und avisierte, ungeschlagen zum besten Bamberger. Auch dieses Mal zeigte er seine Klasse, indem er mit Turm und zwei Leichtfiguren gegen Dame seinen Gegner entnervt zur Aufgabe zwang. Lediglich Herrmann an Brett sechs und Daum brachten sich um den verdienten Lohn. Ersterer stand vor der Zeitkontrolle leicht besser, fand sich dann aber mit Minus-Bauern im Endspiel wieder. Zwar kämpfte er noch mit Finesse um das Remis, musste sich jedoch geschlagen geben. Und auch Daum, der sich nach schlechter Eröffnung wieder konsolidierte hatte, verpasste im Turmendspiel den Weg zum Unentschieden und musste trotz großer Gegenwehr seine Partie gegen Fide-Meister Seibold aufgeben.

Die zweite Mannschaft des Schachclub Bamberg trennte sich friedlich 4:4 von Weidhausen und steigt als Meister mit 15:3 in die Regionalliga Süd-West auf. Damit haben für die Bamberger nach einer erfolgreichen Saison die Planungen wieder begonnen.

Die Einzelergebnisse: IM Pribyl (2248) – Müller (2070) 1:0, Schmidt (2147) – FM Kraft (2333) 1:0; Mittag  (2090) – Wiemer (2159) 1:0, Plöhn (2045)- Bildt (2121) 1:0, Herrmann (2030) – Hepting (2055) 0:1, Daum (1828) – FM Seibold (2093) 0:1, Wolf (1869) – Fiedler (1934) ½:½ , Köhler (1927) – Zühlke (1920) 1:0