Bleibt auf den Fersen - Update: Jetzt mit Bericht

Dank eines hart umkämpften 4,5:3,5 Erfolges gegen den SC Forchheim 2 wahrte der Schachclub 1868 Bamberg seine Aufstiegschance in der Landesliga Nord. Mit nun 11:5 Punkten und dem dritten Rang ist dieser jedoch in der letzten Runde auf die Schützenhilfe des abstiegsbedrohten Kitzingen angewiesen. „Mann des Tages“ war Ralf Mittag, der seine bereits verlorene Partie in einen vollen Punkt verwandelte und so den Erfolg sicherstellte. Zuvor hatte bereits ein Doppelschlag Heiko Plöhns und des Ex-Forchheimers Jens Herrmann Bamberg auf die Siegesstraße geführt. Bambergs Zweite feierte hingegen nach einem nie gefährdeten 6,5:1,5 Triumph gegen den SC Höchstadt/ Aisch 2 die Rückkehr in die Bezirksoberliga West – wir gratulieren! Zum Spielgeschehen ein detailierter Bericht von Jens Herrmann. Weitere Informationen über den Ligamanager.


  Ligamanager Bayern: Landesliga Nord


Es war der harte und enge Kampf, den alle beteiligten Bamberger im Vorfeld bereits erwartet hatten: War man doch noch aus der Vorsaison gewarnt, als man an gleicher Stelle überraschend 3:5 verlor. Hinzu kam dieses Mal erschwerend, dass aufgrund mehrerer Ausfälle die gewohnte Bamberger Mannschaftsaufstellung an einigen Positionen verändert werden musste, was sich in einem annähernd gleichen DWZ-Durchschnitt beider Teams niederschlug. Lediglich das Überraschungsmoment und die im Vergleich bessere tabellarische Ausgangslage gegen die abstiegsbedrohten Gäste sprachen für Bamberg.

Durchwachsener Start

Wenig Zählbares zeichnete sich dann zunächst zu Beginn ab. Die Bamberger Punktejagd eröffnete Stefan Krug an Brett 2 der durch gewohnt sicheres Spiel das Remis anpeilte, während sich an den übrigen Brettern in weiten Teilen schwierig gestaltete. Josef Pribyl am Spitzenbrett stellte nach unbedarfter Eröffnungsbehandlung seine Figuren bedenklich passiv und fand sich letztlich in einer schlechteren Position wieder. Den Stellungen Alexander Mikutas und Heiko Plöhns an Brett fünf und acht mangelte es hingegen an der nötigen Königssicherheit, die Ralf Mittag drohte an Brett vier frühzeitig im Mittelspiel vollständig abhanden zu kommen. Jugendtalent Lukas Köhler feierte seine Premiere in der 1. Mannschaft, bei der er sich in einem „Theorie-Duell“ gegen seinen ebenfalls jungen Gegenspieler zur forschen Annahme eines gefährlichen Bauern-Opfers in einer Sizilianischen Partie entschloss. Lediglich Jens Herrmann an Brett sechs, der seinen Gegner durch kreative Spielweise auf abseitiges Terrain lockte und Thomas Öhrlein an Bett vier, der seine Figuren am Königsflügel positionierte, stimmten verheißungsvoll.

Bamberg dreht die Spiele

Mit zunehmender Spieldauer hellte sich jedoch die Situation für Bamberg immer mehr auf. Plöhn und Herrmann glückte nach ungefähr vier Stunden Spielzeit ein Doppelschlag, der die Weichen auf Sieg stellte. Ersterer konsolidierte schrittweise seine Königsposition, um dann ebenfalls zum Gegenangriff überzugehen: Unter Preisgabe der Qualität entwarf er ein teuflisches Mattszenario aus Springer, Läufer und Turm, was seinen jungen Gegenspieler zur Aufgabe zwang. Herrmann baute sein Druckspiel kontinuierlich aus. Geschickt stellte er die gegnerischen Figuren zunächst schlechter und höhlte dann die Felderschwächen des gegnerischen Torsos konsequent aus. Zwischenzeitlich gelang es auch Pribyl und Mikuta durch Umgruppieren oder Vereinfachung ihre Spiele zu remisieren, wohingegen Köhler an dem kontinuierlichen Angriffsbemühungen seines Gegners erlag. In den beiden verbleibenden Partien hing nun alles an „Sorgenkind“ Mittag, den Mannschaftserfolg sicher zu stellen. Drohte dieser zunächst dem gefährlichen Angriff auf der h-Linie zu erliegen, konnte er sich immer mehr befreien und das Blatt zu seinen Gunsten wenden. Sehenswert knüpfte er das Mattnetz um den weit herausgerückten feindlichen König und lies sich auch die finale Angriffskombination nicht mehr nehmen, womit er für den 4,5-Erfolg sorgte. Der abschließenden Niederlage Öhrleins nach fünf Stunden Spielzeit, dessen Angriffsbemühungen verpufften, fiel dadurch nicht mehr ins Gewicht.

Aufstieg noch möglich

Damit hat der Schulclub 1868 Bamberg mit nunmehr 11:5 Punkten und dem dritten Rang nach wie vor gute Chancen in die Oberliga aufzusteigen, muss jedoch im letzten Spiel auf einen Schützenhilfe des abstiegsbedrohten Kitzingen gegen Spitzenreiter Noris-Tarrasch Nürnberg 2 hoffen – bei gleichzeitigem eigenem Sieg gegen Zirndorf. Einen Schritt weiter ist da schon Bambergs Zweite, die ungefährdet 6,5:1,5 gegen Höchstadt/ Aisch 2 gewann. Mit 13:2 Punkten ist diese Meister in der Bezirksliga West und darf zukünftig wieder höherklassig antreten.

 

Die Einzelergebnisse:

IM J. Pribyl (2239) – FM D. Seyb (2216) ½, S. Krug (2112) – Ch. Stäblein (2111) ½, R. Mittag (2118) – M. Burggraf (2075) 1-0, Th. Öhrlein (2108) – Prof. R. Weigl (2043) 0-1, Dr. H. Plöhn (2057) – A. Wichmann (2059) 1:0, J. Herrmann (2014) – M. Stephan (1991) 1-0, A. Mikuta (1992) – Ph. Auburger (2055) ½, L. Köhler (1830) – R. Wagner (2033) 0-1