Gloria et victoria! - Wir gehören dazu!

Klare Verhältnisse gab es beim Oberfränkischen Mannschafts-Pokalendspiel gegen den Bezirksoberligisten Michelau/ Seubelsdorf am vergangenen Sonntag. Mit 4:0 gewann der Schachclub 1868 Bamberg die Begegnung, wobei insbesondere die Art und Weise überzeugte. Im Stile einer „Spitzenmannschaft“ spielte der Schachclub 1868 Bamberg dabei seine ganz spezifischen Stärken gekonnt aus. Ein Spielbericht von Jens Herrmann.

Was im Fußball gilt, gilt auch im Schach: Kleine Vereine können im Pokal als Außenseiter größere Clubs gehörig ärgern. Nicht jedoch im Endspiel zwischen Michelau/ Seubelsdorf und dem SC 1868 Bamberg. Zu klar war die Dominanz und zu groß der Klassenunterschied zwischen dem Bezirksoberligisten und dem Landesligisten aus der Domstadt Bamberg.

Der Schachclub spielt seine Stärken aus

Bereits sehr früh stellte Prof. Dr. Krauseneck mit seinem Blitzsieg nach zwei Stunden im Kampf der Professoren die Weichen für den Bamberger Erfolg. Gegen Uwe Voigt zeigte er eindrucksvoll, dass er die Philosophie und Devise der Holländischen Verteidigung besser versteht als sein Gegenüber. Dem von Krauseneck mit den schwarzen Steinen am Königsflügel entfachten Angriffswirbel war sein Kontrahent nicht gewachsen und musste resignierend die Segel streichen. An Brett drei lieferte Neuzugang Jens Herrmann eine erste gefällige Kostprobe seines Könnens und bewies, dass dieser perfekt das bestehende Team ergänzt. In einem über lange Zeit ausgeglichenen Spiel gegen Matthias Bergmann zeichnete sich ein für beide Seiten ein kompliziertes positionelles Mittelspiel ab, ehe Herrmann geschickt mit den weißen Figuren zwischen Damen- und Königsflügel lavierend, nach ungefähr vier Stunden einen eigenen Angriff startete. Bereits in sehr kritischer Position stellte dessen Gegner daraufhin Figur und Partie ein. Kurt-Georg Breithut an Brett zwei erreichte gegen seinen forsch aufspielenden Gegner Christian Gebhard bereits aus der Eröffnung mit Schwarz leichte Vorteile, entschied sich jedoch für die Spielvereinfachung, sodass erst eine falsche Abwicklung im Endspiel die Entscheidung zu Gunsten des Bambergers brachte. Eine schwierige Partie stand hingegen Ralf Mittag am Spitzenbrett gegen Michal Michalek bevor. Aus der Eröffnung gelang es ihm nicht, Vorteile zu erzielen, und mit dem Tausch der Damen drohte die Partie völlig im Remishafen zu enden. Nur dessen Siegeswillen und sehr viel Glück war es zu verdanken, dass er nach beinahe fünf Stunden doch gewann und die Gastgeber mit leeren Händen verblieben.

Jetzt auf bayerischer Ebene: Am 19.6 geht es weiter

Damit darf sich der SC 1868 Bamberg als Sieger des Oberfränkischen Mannschaftspokals 2016 bezeichnen. Bereits am 19.06 darf er seine Klingen auf bayerischer Ebene wetzen. In dieser Form kann man auch den kommenden Herausforderungen freudig entgegenschauen.

 

Die Ergebnisse im Einzelnen: Michelau/ Seubelsdorf (1980) – Schachclub 1868 Bamberg (2086) 0:4*

Michalek (2133) – Mittag (2086) 0:1; Gebhardt (1882) – Breithut (2142) 0:1; Bergmann (2041) – Herrmann (1993) 0:1; Prof. Voigt (1865) – Prof. Krauseneck (2125) 0:1

*Angaben in DWZ