Mit Siegen in die Weihnachtspause

Einen versöhnlichen Ausklang erlebte der Schachclub 1868 Bamberg in der vierten Runde der bayerischen Ligen. Dank zweier 5:3-Auswärtserfolge stellten die erste und zweite Mannschaft den Kontakt zum oberen Tabellenfeld her und  können nun beruhigend im Mittelfeld überwintern. Zum Geschehen berichtet Jens Herrmann.


Ligamanager Bayern


 

In der Landesliga Nord wartete mit dem punktgleichen Tabellennachbarn SC Noris Tarrasch 1873 Nürnberg II ein vermeintlich schwerer Rivale, gegen den in der letzten Saison ein äußerst mühevolles 4:4 erzielt wurde. In dieser Spielzeit waren hingegen die Rollen gegen ersatzgeschwächte Gastgeber klar verteilt, sodass ein DWZ-Plus von durchschnittlich bis zu 120 Punkten und beträchtliche Wertungsunterschiede an über drei Brettern deutlich für Bamberg sprachen. Anfangs sah das Geschehen jedoch zunächst nicht nach einem Erfolg aus.

Zwar gelang Krug an Brett 2 ein früher Remis-Schluss, und IM Pribyl (1) und Plöhn (4) erzielten durch druckvolles Spiel materielle Vorteile, aber gerade an den hinteren Brettern 6 bis 8 schien Bamberg entgegen der Erwartungen unnötig in Bedrängnis zu geraten: Hümmer (6) und Herrmann (7) kamen positionell schlechter aus den Eröffnungen, und Mittag (8) drohte gar den Angriffsbemühungen seiner jugendlichen Gegnerin zu unterliegen.

Doch mit zunehmender Spielzeit und vor der ersten Zeitkontrolle änderte sich das Blatt zugunsten Bambergs. Plöhn verwandelte seine Vorteile zielstrebig, während Pribyl seine gute Stellung noch verdarb und sich mit dem Remis zufriedengeben musste. Hümmer wurde förmlich positionell überspielt, und Köhler in 5 musste sich im experimentierfreudigen Duell zweier Jugendspieler der insgesamt reiferen Spielanlage seines Gegenübers geschlagen geben.

Mittag und Herrmann gelang es aber, sich zu konsolidieren. Ersterer setzte nun selbst zum Gegenschlag an, indem er erst eine Qualität erbeutete, um dann die finale Jagd auf den gegnerischen König einzuleiten. Herrmann erarbeitete sich im Doppelturm-Endspiel Vorteile, die er festhielt und entscheidend ausbaute, so dass Bamberg mit 4:3 in Führung lag. Nun oblag es Schmidt an Brett 3, den Mannschaftserfolg sicherzustellen. Trickreich gewann dieser nach einem ausgeglichenem Verlauf zunächst eine Qualität, um diese anschließend ohne Druck in einen vollen Punkt zum 5:3-Entstand zu verwandeln.

Ebenfalls erfolgreich war der SC 1868 Bamberg II beim FC Markleuthen in der Regionalliga Nord-West. Der Gast kämpfte sich einem 0:2-Rückstand in die Begegnung zurück und landete dank der Siege der Spitzenspieler Großhans und Krauseneck noch einen 5:3-Sieg. Damit belegen Bambergs erste und zweite Mannschaft mit 5:3 Punkten bzw. 6:2 Punkten Platzierungen im Mittelfeld (Ränge 5 und 4).

Die Ergebnisse im Einzelnen:

SC NT Nürnberg - SC Bamberg 1: Martin (2227) – Pribyl (2216) ½ – ½; Hirn (2185) - Krug (2117) ½ – ½; Ulusoy (2042) - Schmidt (2167) 0 – 1; Corral (1916) – Plöhn (2135) 0 – 1; Mantel (2070) – Köhler (2069) 1 – 0; Petrashov (2003) – Hümmer (2075) 1 – 0; Deysenroth (1811) – Herrmann (2064) 0 – 1; Albayrak (1645) – Mittag (2026) 0 – 1.

FC Marktleuthen 1 - SC Bamberg 2: Michalek 2149- Großhans 2071 0 – 1; Lorenz 2125Öhrlein 2105 1 – 0; Kirschneck 2042Riemer 2056 0 – 1; Wilfert 2011- Krauseneck 2047 0 – 1; Stingl 1948- Röber 2016 ½ – ½; Nürnberger1984Mikuta 2012 1 – 0; Küspert 1922Saring 1990 0 – 1; Strahl 1857Daum 1859 ½ – ½.