Unentschieden im Derby

Derbys haben die Angewohnheit, dass die Emotionen zwischen den Beteiligten hoch hergehen. Nicht so in der dritten Runde der Landesliga Nord, wo spannendes, aber keinesfalls hochklassiges Schach zwischen den Nachbarstädten Bamberg und Forchheim zu bewundern war. Lange Zeit war eine nicht unverdiente Niederlage für die Domstädter im Bereich des Möglichen gewesen, was zuvörderst den Gastgebern zuzuschreiben war. Lag Mehltau über den Brettern und war eine merkwürdige Befangenheit zu vernehmen. Einzig Lukas Köhler und Jens Herrmann war es schlussendlich zu verdanken, dass die Niederlage mit Glück und zäh erarbeitete Erfolge noch abgewendet werden konnte. Am Ende wäre sogar noch ein knapper Mannschaftserfolg möglich gewesen, was jedoch den Spielverlauf gänzlich auf den Kopf gestellt hätte. Das 4:4 dürfte hingegen beiden Mannschaften bei ihren Saisonzielen womöglich kaum nützen. Besser schnitt Bambergs zweite Mannschaft ab, die ihren Erfolgskurs durch ein stark herausgespieltes 5:3-Erfolg in der Regionalliga Nord-West festigte. Es folgt ein Bericht von Prof. Dr. Peter Krauseneck.


Ligamanager Schach: Landesliga Nord


In der 3. Runde der Landesliga Nord waren die vormals höherklassigen Forchheimer zu Gast, die aber in den bisherigen Runden leer ausgegangen waren. Ohne ihren Spitzenspieler Großmeister Jansa lag ihr Wertungsschnitt ersatzbedingt um 50 Punkte niedriger, so dass die Bamberger auf einen Sieg hofften.

Zunächst lief der Kampf auch programmgemäß, denn die 3 ersten wertungsschwächeren Bretter wurden remis gehalten, und an den verbliebenen 5 Brettern hatten die Bamberger höhere Wertungen bis hin zu über 200 Punkten an Brett 8. Doch die Partien entwickelten sich ganz gegen die Erwartungen, und nach 3 Stunden musste man sogar von einer Niederlage ausgehen. Plöhn war bei seinen Gewinnbemühungen in einen Konter gelaufen und hatte verloren. Köhler kämpfte mit einer Figur weniger eigentlich auf verlorenem Posten und an den Brettern 6-8 waren keine Vorteile, sondern eher kleine Nachteile zu erkennen. Rettung kam in der Zeitnotphase, in der sich doch die höhere Spielstärke der Bamberger durchsetzte und Hümmer gar noch eine Chance zum nicht wirklich verdienten Mannschaftssieg erhielt. Nachdem Mittag gegen seinen deutlich schwächeren Gegner keinen Fuß auf den Boden brachte, trennte man sich mit einem leistungsgerechten 4:4.

Besser machte es die 2. Mannschaft in der Regionalliga, die mit umgekehrten Vorzeichen gegen die favorisierten Würzburger antraten und vor allem dank eines Sieges von Neuzugang Großhans an Brett 1 gegen den hoch favorisierten Internationalen Meister Vavra einen klaren 5:3 Sieg erspielten.

Die Ergebnisse im Einzelnen (Bamberg zuerst genannt gegen Forchheim): Pribyl (2216)-Heidrich (2246) 1/2, Krug (2117)-Doeres (2156) 1/2, Schmidt (2167)-Bade (2214) 1/2, Dr. Plöhn (2135)-Wichmann (2074) 0:1, Köhler (2055)-Burggraf (2030) 1:0, Hümmer (2075)- Stephan (2032) 1/2, Herrmann (2064)-Balle (1916) 1:0, Mittag (2026)-Güldner (1806) 0:1

2. Mannschaft gegen Würzburg 1865:

Großhans (2071)-IM Vavra (2319) 1:0, Öhrlein (2105)-FM Rupp (2142) 1:0, Riemer (2056)-Shpati (2122) 0:1, Prof. Krauseneck (2047)-Helgert (1991) 1:0, Dr. Röber (2016)-Gehlert (2075) ½, Dr. Saring (1990)-Bräutigam (2006) ½, Daum (1859)-Vogt (1912) 0:1, Wolf,P. (1959)-Ersöz (1881) 1:0